Zum Inhalt
Läufer prüft beim Training die Herzfrequenz auf der Sportuhr

Trainingspläne & Training

Herzfrequenzzonen erklärt: So bestimmst du deine Trainingszonen

Bestimme deine Trainingszonen in vier Schritten mit HFmax oder Karvonen-Methode. Plus: was Zone-2-Laufen ist, wie es sich anfühlt und wie oft du es läufst.

Lesezeit: 15 minZuletzt aktualisiert: 4. November 2026

01 · Warum Herzfrequenzzonen zählenWarum Herzfrequenzzonen so wertvoll sind

Training nach Herzfrequenz gibt dir viel mehr Kontrolle über deine Anstrengung als Tempo oder Gefühl allein. Während das Tempo von Wind, Anstiegen oder Müdigkeit beeinflusst wird, zeigt deine Herzfrequenz, wie dein Körper wirklich reagiert. So kannst du dein Training klüger dosieren, deine aerobe Grundlage stärken und Überlastung besser vorbeugen.

Vor allem bei Dauerläufen, Tempoläufen und intensiveren Blöcken zeigt dir eine Sportuhr direkt, in welcher Zone du bist – und ob du heute auch dorthin gehörst. So bleibt dein Plan realistisch und persönlich auf deine tägliche Belastbarkeit abgestimmt.

In diesem Artikel liest du, was die fünf Zonen sind, wie du deine eigenen Trainingszonen bestimmst, was Zone-2-Laufen genau ist und wie du deine Woche über die Zonen verteilst.

Möchtest du deine Herzfrequenz mit besserer Atmung verbinden? Dann schau dir Atemtechnik beim Laufen an.

Möchtest du deine Daten noch besser verstehen? Dann lies Wearables nutzen, um deinen Fortschritt zu verfolgen; dort erfährst du, wie du diese Informationen am besten interpretierst.

02 · Die fünf HerzfrequenzzonenDie fünf Herzfrequenzzonen auf einen Blick

Zone 1

Regenerationsarbeit, die die Durchblutung erhält, ohne echten Stress hinzuzufügen.

Zone 2

Aerobes Grundlagentraining, in das der meiste ruhige Umfang gehört.

Zone 3

Gleichmäßige Rhythmusarbeit, die sich zügig, aber kontrolliert anfühlt.

Zone 4

Schwellenarbeit, die verbessert, wie lange du ein Tempo halten kannst.

Zone 5

Kurze harte Reize für Geschwindigkeit und maximale Sauerstoffaufnahme.

Herzfrequenzzonen helfen dir, jeder Einheit genau die richtige Wirkung zu geben. Jede Zone verlangt ein anderes Maß an Anstrengung und trainiert etwas anderes. Wenn du verstehst, was in deinem Körper bei verschiedenen Herzfrequenzen passiert, kannst du deine Woche klug aufbauen: ruhig genug, um deine Grundlage zu stärken, aber intensiv genug, um schneller und effizienter zu werden. Diese Einteilung funktioniert für Einsteiger und Fortgeschrittene und bildet die Basis fast jedes modernen Trainingsplans.

In der Tabelle unten siehst du je Zone zwei Möglichkeiten, die Grenzen auszudrücken. Die erste ist ein Prozentsatz deiner maximalen Herzfrequenz (HFmax). Die zweite ist ein Prozentsatz deiner Herzfrequenzreserve: der Differenz zwischen deiner maximalen Herzfrequenz und deinem Ruhepuls. Außerdem liest du, wie sich eine Zone anfühlt und was du dort trainierst.

Zone% HFmax% ReserveWie es sich anfühltWas du trainierst
Zone 1 – Regeneration60–70 %45–60 %Sehr angenehm; du kannst mühelos redenRegeneration und Durchblutung: Regenerationsläufe, Einlaufen, Auslaufen
Zone 2 – Aerobe Grundlage70–80 %60–70 %Ruhig und entspannt; Reden in ganzen Sätzen klapptAusdauer: Dauerläufe, langer Lauf, Grundlagenaufbau
Zone 3 – Tempozone80–87 %70–80 %Zügig; hörbare Atmung, Reden in kurzen SätzenRhythmus und aerobe Kraft: Tempoläufe von 20–40 Min.
Zone 4 – Schwellenzone87–93 %80–90 %Hart; Reden klappt nur in ein paar WortenDeine Schwelle: Intervalle von 4–8 Min., Schwellenlauf
Zone 5 – Anaerobes System93–100 %90–100 %Sehr hart; nur kurz durchzuhaltenMaximale Sauerstoffaufnahme: Intervalle von 2–5 Min., Bergwiederholungen

Die Prozentsätze der Herzfrequenzreserve sind gerundet und gelten für Läufer mit einem Ruhepuls von etwa 50 bis 60 Schlägen. Ist dein Ruhepuls höher, liegen vor allem die Untergrenzen von Zone 1 und 2 etwas niedriger. Bei sehr kurzen Sprints kommt deine Herzfrequenz nicht rechtzeitig mit; die läufst du nach Gefühl oder Tempo.

Grenzen zwischen Zonen sind Vereinbarungen, keine harten Schalter in deinem Körper: Du gehst allmählich von einer Zone in die nächste über, und wo deine Schwellen genau liegen, ist von Läufer zu Läufer verschieden. Ein Belastungstest mit Laktat- oder Atemgasmessung liefert dazu die genaueste Antwort. Für die meisten Freizeitläufer sind die Prozentsätze oben ein guter Ausgangspunkt.

Möchtest du diese Zonen nutzen, um schneller zu werden? Dann schau dir auch Schneller laufen: 6 bewährte Methoden an.

03 · Trainingszonen bestimmenSo bestimmst du deine Trainingszonen

Deine Herzfrequenzzonen sind nur wertvoll, wenn die zugrunde liegenden Zahlen stimmen. Deshalb beginnt alles mit einer realistischen Schätzung deiner maximalen Herzfrequenz (HFmax) und für die Karvonen-Methode auch deines Ruhepulses. Du brauchst dafür keinen komplizierten Labortest: Mit ein paar praktischen Schritten legst du Zonen fest, die für wirksames Training genau genug sind.

Schritt 1: Bestimme deine maximale Herzfrequenz

Deine maximale Herzfrequenz ist persönlich und sagt wenig darüber aus, wie fit du bist. Sie kann deutlich von dem abweichen, was eine Formel vorhersagt: Coach Jack Daniels beschreibt einen 30-jährigen Läufer mit einer maximalen Herzfrequenz von 148, gut 40 Schläge weniger, als die Formel 220 − Alter angibt.

  • Feldtest (empfohlen). Lauf nach gutem Einlaufen ein paar Mal 2 Minuten hart bergauf und lies oben deine Herzfrequenz ab. Trabe ruhig wieder hinunter. Liegt deine Herzfrequenz nach einer Wiederholung höher als nach der vorigen, mach noch eine. Steigt sie nicht mehr, bist du nah an deinem Maximum. Kein Anstieg in der Nähe? Ein paar zügige 800er auf einem flachen Stück funktionieren auch. Die höchste Zahl an BPM, die du siehst, ist eine gute Schätzung deiner HFmax.
  • Formel. 220 − Alter ist einfach, für eine einzelne Person aber oft ungenau. Die Formel 208 − 0,7 × Alter passt im Schnitt besser, vor allem bei älteren Läufern, aber auch sie kann bei dir gut zehn Schläge danebenliegen. Nutze eine Formel deshalb nur als Startpunkt.
  • Sportmedizinischer Test. Die zuverlässigste Option. Du bekommst gleich Einblick in deine Schwellenherzfrequenz und eine Atemgasanalyse.

Eine maximale Anstrengung verlangt deinem Herzen viel ab. Hast du Herzbeschwerden oder eine Vorerkrankung oder hast du gerade erst mit dem Sport angefangen, lass einen Maximaltest von einem Sportarzt begleiten.

Schritt 2: Miss deinen Ruhepuls

Für die Karvonen-Methode brauchst du auch deinen Ruhepuls. Miss ihn ein paar Morgen hintereinander direkt nach dem Aufwachen, solange du noch liegst, und nimm den Durchschnitt. Eine einzelne Messung nach einer kurzen Nacht oder einem vollen Tag ergibt ein verzerrtes Bild.

Schritt 3: Wähle deine Methode

Es gibt zwei gängige Wege, aus deiner Herzfrequenz Zonen zu machen:

  • Prozentsatz deiner maximalen Herzfrequenz. Du nimmst den Prozentsatz aus der Tabelle von deiner HFmax. Einfach, und ausreichend, wenn du nur deine maximale Herzfrequenz kennst.
  • Karvonen (Herzfrequenzreserve). Du rechnest mit der Differenz zwischen deiner maximalen Herzfrequenz und deinem Ruhepuls: Zielherzfrequenz = Ruhepuls + Prozentsatz × (HFmax − Ruhepuls). Weil dein Ruhepuls mitzählt, passt diese Methode besser dazu, wie viel Sauerstoff dein Körper tatsächlich verbraucht. Vor allem bei Läufern mit niedrigem Ruhepuls ergibt das persönlichere Zonen.

Nutze bei Karvonen die Prozentsätze aus der Spalte Herzfrequenzreserve, nicht die der HFmax: 70 % deiner Reserve sind anstrengender als 70 % deines Maximums.

Schritt 4: Rechne deine Zonen aus und teste sie

Nimm zum Beispiel einen Läufer mit einer HFmax von 190 BPM und einem Ruhepuls von 55 BPM:

  • Mit % von HFmax: Zone 2 sind 70–80 % von 190, also 133–152 BPM.
  • Mit Karvonen: Die Herzfrequenzreserve ist 190 − 55 = 135. Zone 2 sind 60–70 % davon: 55 + 0,60 × 135 = 136 und 55 + 0,70 × 135 = 150, also 136–150 BPM.

Bei diesem Läufer liegen beide Methoden nah beieinander. Je weiter dein Ruhepuls vom Durchschnitt abweicht, desto mehr gehen sie auseinander.

Rechnen kannst du auch mit dem Herzfrequenzzonen-Rechner. Er zeigt deine Zonen mit den Namen aus dem System von Jack Daniels: Locker (E), Marathon (M), Schwelle (T), Intervall (I) und Wiederholung (R). Mit der Methode % von HFmax fällt Locker (65–79 %) mit dem oberen Bereich von Zone 1 und mit Zone 2 zusammen, Marathon (80–89 %) etwa mit Zone 3, Schwelle (88–92 %) mit Zone 4 und Intervall (92–100 %) mit Zone 5. Wiederholungen sind so kurz, dass deine Herzfrequenz nicht mitkommt; die läufst du nach Tempo. Mehr über dieses System liest du in Zonen und Qualität (VDOT).

Teste deine Zonen danach ein paar Wochen in der Praxis. Kannst du in Zone 2 nicht mehr in ganzen Sätzen reden oder fühlt sich Zone 4 wie ein ruhiger Dauerlauf an, stimmt deine maximale Herzfrequenz wahrscheinlich nicht. Willst du genauer arbeiten, bestimme auch deine Schwellenherzfrequenz: Lauf nach dem Einlaufen 30 Minuten allein so schnell, wie du es gleichmäßig durchhältst, und nimm die durchschnittliche Herzfrequenz der letzten 20 Minuten.

Möchtest du diese Werte beim Laufen genau messen? Dann lies Wearables nutzen, um deinen Fortschritt zu verfolgen, um zu sehen, welche Uhren und Sensoren am zuverlässigsten messen.

04 · Zone-2-LaufenZone-2-Laufen: was es ist und wie es sich anfühlt

Zone 2 ist die ruhige Ausdauerzone, in die der größte Teil deiner Kilometer gehört. Du läufst dort knapp unter deiner ersten Schwelle: dem Punkt, an dem deine Atmung spürbar tiefer und schneller wird und das Reden Mühe zu kosten beginnt. In der Tabelle oben sind das 70–80 % deiner maximalen Herzfrequenz oder etwa 60–70 % deiner Herzfrequenzreserve. Für den Läufer aus dem Rechenbeispiel sind das ungefähr 133–152 BPM mit % von HFmax oder 136–150 BPM mit Karvonen.

Wie fühlt sich Zone 2 an?

In Zone 2 kannst du in ganzen Sätzen reden. Du atmest tiefer als in Ruhe, aber du keuchst nicht. Das ist mehr als eine Faustregel: Untersuchungen zum Sprechtest zeigen, dass der Moment, an dem Reden gerade nicht mehr angenehm ist („ja, aber…“), nah an deiner ersten ventilatorischen Schwelle liegt. Solange du entspannt reden kannst, bist du darunter.

Zwei Läufer laufen entspannt nebeneinander auf einem Sandweg durch die herbstliche Heide und unterhalten sich; einer von ihnen trägt eine Sportuhr

Deshalb ist der Sprechtest eine gute Kontrolle für deinen Herzfrequenzmesser. Zeigt deine Uhr Zone 2 an, während du kaum einen Satz beenden kannst, vertraue deiner Atmung und lauf ruhiger. An warmen Tagen, nach einer schlechten Nacht und am Ende eines langen Laufs liegt deine Herzfrequenz beim gleichen Tempo oft höher.

Viele Läufer finden Zone 2 anfangs überraschend langsam. Manchmal musst du bergauf ein Stück gehen, um in der Zone zu bleiben. Das ist normal und wird weniger, je mehr deine Grundlage wächst. Die Maffetone-Methode geht hier noch einen Schritt weiter, mit einer festen Obergrenze von 180 minus dein Alter.

Zone 2 auf deiner Uhr

Nicht jede Uhr und jede App nutzt dieselben Grenzen. In den Handbüchern von Garmin steht zum Beispiel eine Einteilung, in der Zone 2 bei 60–70 % deiner maximalen Herzfrequenz liegt und 70–80 % schon Zone 3 sind. Zone 2 auf so einer Uhr ist also ruhiger als Zone 2 in diesem Artikel. Vergleiche deshalb immer die Herzfrequenzen selbst, nicht nur die Zonennummer, und stelle deine eigenen Grenzen ein, wenn du mit einem Plan oder Artikel arbeitest.

Wie oft läufst du in Zone 2?

Gut trainierte Ausdauersportler absolvieren etwa 80 % ihrer Einheiten mit niedriger Intensität und den Rest zügig. Für Freizeitläufer ist das eine brauchbare Richtlinie:

  • Zweimal pro Woche laufen: ein ruhiger Dauerlauf in Zone 2 und eine Einheit mit einem zügigen Block, oder beide ruhig, wenn du gerade anfängst. In Trainingsplan 2 mal pro Woche liest du, wie du so eine Woche füllst.
  • Dreimal pro Woche: zwei ruhige Läufe, davon einer etwas länger, und höchstens eine zügige Einheit.
  • Vier- oder fünfmal pro Woche: drei oder vier ruhige Läufe, darunter ein langer Lauf, und eine oder zwei Qualitätseinheiten.

Halte deinen langen Lauf innerhalb von etwa einem Viertel bis 30 % deines Wochenumfangs. Bist du gerade erst eingestiegen, lauf in den ersten Wochen fast alles in Zone 1 und 2; in Mit dem Laufen anfangen liest du, wie du das ruhig aufbaust.

05 · Aerobe Grundlage aufbauenDie besten Herzfrequenzzonen für deine aerobe Grundlage

Deine aerobe Grundlage ist deine Fähigkeit, lange am Stück mit Energie zu laufen, die deine Muskeln mithilfe von Sauerstoff freisetzen. Diese Grundlage baust du vor allem in Zone 1 und 2 auf. Ruhiges Laufen scheint wenig zu bewirken, aber dein Herz arbeitet dabei schon kräftig: Laut Jack Daniels pumpt es bereits bei rund 60 % deiner maximalen Herzfrequenz fast so viel Blut pro Schlag, wie es kann. Außerdem wachsen mehr Kapillaren zu deinen Beinmuskeln und deine Muskelfasern passen sich an, sodass sie mehr Sauerstoff aufnehmen und mehr Brennstoff umsetzen.

Viele dieser Anpassungen hängen von der Zeit ab, in der deine Muskeln arbeiten. Die Summe der ruhigen Stunden über Wochen und Monate zählt deshalb mehr als eine harte Einheit. So baust du deine Grundlage praktisch auf:

  • Lauf öfter oder länger, nicht schneller. Füge zuerst einen zusätzlichen ruhigen Lauf hinzu oder mach deinen Dauerlauf ein Stück länger.
  • Baue allmählich auf. Plane alle 3–5 Wochen eine leichtere Woche mit etwa 20 % weniger Umfang ein, damit dein Körper das Training verarbeiten kann.
  • Begrenze Zone 3. Eine oder zwei zügige Einheiten pro Woche bringen dich weiter, aber zu viel „gerade etwas zu schnell“ macht dich müde, ohne deine Grundlage zu stärken.
  • Miss deinen Fortschritt am Tempo bei gleicher Herzfrequenz. Läufst du nach ein paar Monaten bei derselben Zone-2-Herzfrequenz schneller, wächst deine Grundlage.

Die Lydiard-Methode ist vollständig um so eine Grundlagenphase herum aufgebaut. Möchtest du einen Aufbau, der zu deinem aktuellen Niveau passt, erstelle einen persönlichen Trainingsplan.

06Klug planen mit der Herzfrequenz

Die wahre Stärke von Herzfrequenzzonen liegt in der Verteilung deiner Woche. Viele Läufer trainieren zu oft in Zone 3 – einem Tempo, das nicht ruhig genug ist, um deine Grundlage zu stärken, und nicht schnell genug, um deine Geschwindigkeit zu verbessern. Wenn du deine Woche klug aufbaust, holst du aus denselben Kilometern mehr heraus.

  • Zone 1 und 2 (Grundlage). Etwa 75–80 % deiner Trainingszeit. Zone 1 nutzt du vor allem für Einlaufen, Auslaufen und Regenerationsläufe.
  • Zone 3 und 4 (Tempo/Schwelle). Der größte Teil des Rests, meist in ein oder zwei Einheiten pro Woche.
  • Zone 5 (hoch). Maximal 10 %, zum Beispiel die Wiederholungen eines Intervalltrainings.

Beim polarisierten Training gehst du noch einen Schritt weiter und lässt Zone 3 größtenteils aus. Die Geschwindigkeitsreize aus Schneller laufen: 6 bewährte Methoden zeigen, wie du Zone 4 und 5 vorsichtig und wirksam hinzufügst.

Die Herzfrequenz ist ein Kompass, kein Urteil. Nutze sie zusammen mit Tempo, Kontext und Gefühl.

07 · Beispielwoche (10 km)Beispielwoche für einen 10-km-Läufer

Eine Trainingswoche wird am wirksamsten, wenn du verschiedene Herzfrequenzzonen bewusst kombinierst. So gibst du deinem Körper genau die richtige Abwechslung aus Grundlagenaufbau, Geschwindigkeitsreizen und Erholung. Die folgende Woche zeigt, wie ein ausgewogener Plan für jemanden aussehen kann, der gezielt für 10 km trainiert.

Oder erstelle deinen eigenen persönlichen Trainingsplan.

  • Montag. Zone 2 Dauerlauf 45 Min.
  • Dienstag. 6 × 800 m Intervalle in Zone 4
  • Mittwoch. Zone 1 lockeres Traben zur Regeneration 20–30 Min.
  • Donnerstag. 30 Min. Tempolauf (Zone 3)
  • Freitag. Ruhe
  • Samstag. Zone 2 Dauerlauf 75–90 Min.
  • Sonntag. Optional: 30 Min. Zone 1 Regenerationslauf

08Wie bewertest du deinen Fortschritt?

Training nach Herzfrequenz funktioniert erst richtig gut, wenn du regelmäßig prüfst, ob dein Körper so reagiert, wie du es erwartest. Dafür brauchst du keine komplexen Analysen oder teuren Tools – ein paar beständige Signale geben schon ein klares Bild. Wenn du monatlich (oder sogar wöchentlich) dieselben kleinen Checks machst, erkennst du Muster in deiner Fitness, Erholung und Ausdauer.

Wie misst du Fortschritt?

  • Tempo bei fester Herzfrequenz. Kannst du bei 140 BPM schneller laufen als vor einem Monat? Dann hat sich deine aerobe Kapazität verbessert. Das ist einer der zuverlässigsten Gradmesser für Fortschritt, solange du vergleichbare Bedingungen wählst: eine flache Runde und keine Hitze oder starken Wind.
  • Erholung zwischen Blöcken. Sinkt deine Herzfrequenz nach einem Intervall oder Bergblock schneller? Schnellere Erholung bedeutet, dass dein Herz stärker wird und effizienter Blut pumpt.
  • Ruhepuls. Ein sinkender Morgenpuls (Durchschnitt über Wochen, nicht Tage) deutet auf bessere Grundlagenausdauer und Erholung hin. Ein steigender Ruhepuls kann ein Signal für Müdigkeit, Krankheit oder Stress sein.
  • Gefühl (RPE 1–10). Wie hat sich eine Einheit angefühlt? Kurze Notizen wie „leicht“, „schwer“, „müde Beine“ oder „Supertag“ helfen, Muster zwischen Schlaf, Stress, Herzfrequenz und Leistung zu erkennen.

Mehr darüber, wie Erholung funktioniert und warum du sie messen solltest, liest du in Schlaf und Erholung: Einfluss auf deine Leistung.

09 · Zonen und ZieleZonen und Trainingsziel

Jede Herzfrequenzzone hat eine eigene Funktion. Wenn du verstehst, warum du in einer bestimmten Zone läufst, triffst du bewusstere Entscheidungen und baust deine Einheiten gezielter auf. Das verhindert Training in der „grauen Zone“: zu hart für echte Erholung, zu locker für schnelle Fortschritte.

ZoneZiel der EinheitBeispiele
Zone 1Regeneration, Durchblutung, Nervensystem beruhigenAuslaufen, Regenerationsläufe, ruhige Morgenrunden
Zone 2Grundlagenausdauer, Fettverbrennung, effizienter SchrittLanger Lauf, ruhige Dauerläufe, extensive Blöcke
Zone 3Rhythmus, Effizienz, aerobe KraftTempolauf 20–40 Min., gleichmäßige Dauerläufe, Marathontempo
Zone 4Schwelle anheben, hart, aber kontrollierbar6 × 5 Min. zügig, 20 Min. Schwellenlauf
Zone 5Maximale Sauerstoffaufnahme, GeschwindigkeitIntervalle von 2–5 Min., Bergwiederholungen

Ein ausgewogener Plan besteht vor allem aus Zone 1–2 und ein bis zwei Reizen pro Woche in Zone 3–5, je nach Niveau und Ziel.

10Häufige Fehler beim Training nach Herzfrequenz

Training nach Herzfrequenz bietet Struktur und Objektivität, aber es geht oft schief, wenn du dich zu sehr auf Zahlen verlässt oder die Zonen falsch anwendest. Die Fallen unten sind klassisch – und einfach zu korrigieren.

  • Nur auf Zahlen vertrauen und dein Gefühl ignorieren. Die Herzfrequenz reagiert auf Stress, Temperatur, Schlaf und Ernährung. RPE bleibt immer dein wichtigster Kompass.
  • Zonen auf einer falschen Maximalherzfrequenz aufbauen. Die Formel 220–Alter ist zu ungenau. Ein Feldtest oder lange Blöcke mit hoher Intensität liefern bessere Daten.
  • Zu viel in Zone 3 trainieren (die „graue Zone“). Dadurch erholst du dich schlecht, verbesserst dich aber auch nicht wirklich. Ergebnis: müde, aber nicht schneller.
  • Herzfrequenzwerte von anderen übernehmen. Die Herzfrequenz ist individuell. Was für andere „hoch“ ist, kann für dich normal sein.
  • Zonennummern verschiedener Systeme verwechseln. Zone 2 auf deiner Uhr kann andere Grenzen haben als Zone 2 in deinem Plan. Schau auf die Herzfrequenzen, nicht nur auf die Nummer.
  • Keine Entlastungswoche planen. Ohne leichte Woche alle 3–5 Wochen (etwa –20 % Umfang) staut sich Müdigkeit an und dein Fortschritt bricht ein.

Wenn du diese Fallen vermeidest, wird Training nach Herzfrequenz zu einem klaren System: Du trainierst ruhiger, wo es sein muss, härter, wo es sein darf – und siehst schneller Ergebnisse.

11 · FAQHäufig gestellte Fragen

Zusammenfassung & nächster Schritt

Herzfrequenzzonen geben deinem Training Struktur. Bestimme deine maximale Herzfrequenz und eventuell deinen Ruhepuls, rechne deine Zonen aus und lauf den größten Teil deines Umfangs ruhig in Zone 1 und 2. Füge Tempo- und Schwelleneinheiten hinzu, wenn du ausgeruht bist, und du baust eine starke, nachhaltige Fitness auf.

👉 Möchtest du das auf dein Niveau angewendet sehen? Gib dein Alter, aktuelle Zeiten und deinen Wochenumfang für einen persönlichen Trainingsplan ein.

Beispielplan ansehen

12 · VerwandtVerwandte Artikel

Probier es selbst

Rechne es aus oder erstelle deinen Plan

Kommentare